Das Wappen der Stadt Gummersbach

Die Stadt Gummersbach mit den Bauerschaften Rospe und Bernberg erhielt erst am 18. Mai 1857 städtische Rechte. Es wurde aber schon ab dem 14. Januar 1826 ein städtischer Vertreter in den Provinziallandtag geschickt. Gummersbach wählte gemeinsam mit den Orten und Städten Deutz, Mülheim am Rhein, Gladbach, Wipperfürth, Siegburg und Königswinter in einer Gruppe. Die gewählten Vertreter dieser Orte bestimmten anschließend einen Abgeordneten und einen Stellvertreter für die ganze Gruppe. Erstmalig fand eine Wahl in Gummersbach im März 1826 unter dem Vorsitz von Bürgermeister Anton Heuser statt. Auch in das preußische Abgeordnetenhaus und zum Deutschen Reichstag entsandte Gummersbach Abgeordnete.

1892 erhielt die Stadt Gummersbach ein eigenes Wappen: Links in Blau in gespaltenem Schild eine silberne Spindel, rechts in Gold einen von Rot und Silber zu drei Reihen geschachten Balken. Über dem Schild eine graue dreitürmige Mauerkrone mit einem Tor im Mittelturm. Der geschachte Balken ist dem Wappen der Grafen von der Mark entnommen und erinnert an die mehrere Jahrhunderte währende Zugehörigkeit Gummersbachs zur Grafschaft Mark. Auch die Farben stimmen mit dem Wappen der Grafen überein.

Die Spindel links im Wappen verweist auf die gewerbliche und industrielle Tätigkeit, der Gummersbach seine wachsende Bedeutung im 19. und 20. Jahrhundert verdankt. Anfangs war Spinnen und Wirken in Gummersbach nicht so verbreitet wie etwa in Bergneustadt. Erst 1813 wurde dort die kleine Sondermannsche Seiden- und Siamosenmanufaktur begründet. Jedoch erlangten um 1850 die Betriebe von Ernst Pickhardt und Wilhelm Müller eine führende Stellung. Müller richtete 1856 in seinem Friedrichsthaler Betrieb die erste einheimische Kunstwollspinnerei ein. Kurz vorher hatte er den modernen Rundstuhl eingeführt. Ernst Pickhardt, der sein Gechäft 1845 eröffnet hatte, verarbeitete auch frühzeitig Kunstwolle. 1867 verfügte er mit 4000 über die höchste Spindelzahl im Oberbergischen.

 


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