Die Geschichte zur Feuerwehr Berghausen

Das 75-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Löschgruppe Berghausen gibt uns Anlass, kurz von der Geschichte unserer Löschgruppe zu berichten.

Die Chronik der Löschgruppe Berghausen ist natürlich eng verknüpft mit der Vergangenheit unseres Ortes.

Aufzeichnungen von Chronisten beschreiben Berghausen um das Jahr 1800 als einen der bevölkerungsreichsten Orte im Lande Gimborn.
Neben zahlreichen Bauern lebten dort unter anderem Leinenweber, Schneider, Bäcker, Schuhmacher, sogar Bierbrauer und Schnapsbrenner.
Hierzu sei erwähnt, dass zu unseren Vorfahren auch viele „begüterte Leute“ wie Reidemeister (Besitzer von Wasserhämmern) und Hammerschmiede gehörten.

Es blieb damals bei der Verpflichtung einzelner Bevölkerungsschichten, die mittels primitiver Geräte, wie Wasserkübel und Brandeimer, bei Bränden die Löscharbeiten auszuführen hatten.

Aber schon im Jahre 1839 wurde für die in Berghausen befindliche Brandspritze der Bau eines Spritzenhauses angeregt, weil die Miete von 3 Talern zur Unterbringung der Brandspritze scheinbar recht hoch war. Das geht aus einem Brief vom 19. April 1839 an die königlichen Regierung zu Köln, Abteilung des Inneren hervor.

Daraufhin beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Gimborn den Bau eines Spritzenhauses.
Man kaufte von dem Acker von Friedrich Zapp aus Hagen ein Grundstück in Berghausen und am 14.Juli 1843 erhielt der Steinhauer Wilhelm Bick aus Würden den Auftrag zum Bau des Spritzenhauses für die Summe von 48 Talern, 14 Silbergroschen und 9 Pfennigen.

Aus einem weiteren Schreiben vom 21.November 1844 geht hervor, dass das Spritzenhaus erstellt und der Betrag abgerechnet wurde.
Der Standort des Spritzenhauses war auf dem Espenweg, gegenüber der Einmündung Glockenweg.

Erst 108 Jahre später, im Jahre 1952, wurde dann ein neues Spritzenhaus oberhalb des Alten errichtet.

Seit 1972 steht das jetzige Gerätehaus in der Friedrich-Leitgen Straße, wo heute die beiden Fahrzeuge und Geräte untergebracht sind.

Im Mai 1972 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus durch den Bürgermeister Herr Herbert Driever feierlich an Berghausen übergeben. In der kurzen Bauzeit von nur einem Jahr war der Bau entstanden und durch seine Zweckmäßigkeit eine Bereicherung für den Ortskern.
Es war kein Spritzenhaus vergangener Epochen entstanden, sondern ein Zentrum der gesamten Feuerwehr der Gemeinde Gimborn.

Bevor Gemeindebrandmeister Steinhoff den Schlüssel des Hauses an Löschgruppenführer Manfred Selbach weitergab, dankte er für die großzügige Planung und betonte, daß nun eine zentrale Beschulung aller Löschgruppen betrieben werden könne. Regierungsdirektor Jürgen Homann erwähnte den echten Feuerwehrgeist in Berghausen, der aus der Tatsache hervor gehe, dass hier noch ein Feuerwehrmann auf 50 Einwohner komme.

Hervorragende Arbeit in den vergangenen Jahren bescheinigte der Feuerwehr Gimborn Bezirksbrandmeister Hans Schröder. Sie sei eine der Besten im Kreis und auch im Bezirk. Kreisbrandmeister Günter Koch wünschte viel Freude im neuen Haus und das es vom guten Geist der Feuerwehr erfüllt sein möge.

Nun aber zurück zur Gründung der freiwilligen Feuerwehr in Berghausen. Die ältesten Unterlagen, die vorhanden sind und die Ortswehr in Berghausen betreffen, reichen bis 1930 zurück.

Darunter ein Kassenbuch, geführt von Max Höver, der ab dieser Zeit Kassenwart und Schriftführer war.
Aus dem Archiv der Stadt Gummersbach, bzw. der alten Gemeinde Gimborn und von älteren Bürgern unseres Ortes, konnte so einiges Interessantes beigetragen werden.

Am 7. Dezember 1930 brannte die Doppelscheune von August Bürstinghaus und Karl Mücher, die angrenzende Scheune des Otto Vormstein und andere Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Nur durch das schnelle Eingreifen der Rottmannschaft Berghausen unter Mithilfe der Feuerwehren Gelpetal und Hülsenbusch konnte Schlimmeres verhindert werden.

Gleichzeitig hatte man schon vorher um Beihilfe zum Kauf von Löschgeräten für die Ortswehr Berghausen ersucht.

Dieses wurde auch von der Provinzial Feuerversicherungsanstalt in Höhe von 300,- Reichsmark bewilligt. Mit der Auflage, daß man den selben Betrag dazu beisteuert. So wurde eine Sammlung bei der Bevölkerung durchgeführt und das Geld auch aufgebracht. Dadurch konnten eine ganze Reihe von neuen Gerätschaften gekauft werden.

In einem Schreiben von Max Höver, der damals Bürgermeister von Berghausen war, erklärte er Anfang 1931 an den Bürgermeister der Gemeinde Gimborn Herrn Arntzen Folgendes :

“..... die hiesige Ortswehr wohl organisiert ist und erstreckt sich deren Arbeitsfeld auch auf die nächst anliegenden Ortschaften Hagen, Würden, Müllershammer, Thal und Karlsthal .“

und das :

„ ..... die vorgeschriebenen Grundsätze strickte befolgt werden.
In der Erwartung, dass der Gemeinderat für unsere neu gegründete Ortswehr Interesse zeigt und unsere Sache unterstützt.“



Daraufhin teilte Bürgermeister Arntzen in einem Brief an Herr Max Höver mit, “....., daß die Einrichtung der einzelnen Rottbezirke neben den in der Gemeinde bestehenden Feuerwehren ..... allgemein erfolgt ist und daher eine besondere Anerkennung der in Berghausen organisierten Ortswehr durch den Gemeinderat nicht notwendig ist.....“

Im August 1931 wurde dann eine Besichtigung der Wehren in und um Berghausen durch den damaligen Kreisbrandmeister Lingenberg durchgeführt.

Zur Ortswehr in Berghausen wurde folgendes festgehalten:

„...Dann wurde noch eine Aussprache mit dem betreffenden Leiter und Mannschaften der Ortswehr Berghausen herbeigeführt. Hier besteht nicht nur eine Rottenabteilung sondern eine organisierte, nicht anerkannte Ortsfeuerwehr.

Auf der Mitgliederliste der Ortschaft Berghausen stehen 50 Mitglieder, welche einige Male im Jahr zu einer Übung herangezogen werden.
Zu einer Brandbekämpfung sind die nötigen Geräte vorhanden. Auch in schöner sauberer 0rdnung. Die Wasserverhältnisse sind gut in Berghausen.

Eigentlich fehlt nur die Uniform und Ausrüstung und eine freiwillige Feuerwehr wäre geschaffen, welche in den Brandbezirken, Berghausen, Hagen und Würden arbeiten könnte, weil diese Ortschaften doch nur unter schwierigen Verhältnissen von der Wehr Gelpetal erreicht werden können.

An Geräten sind unter anderem vorhanden:
1 Druckspritze in gutem sauberen Zustand mit allem Zubehör
20 Ledereimer, 1 Standrohr mit Hydrantenschlüssel,
1 Dreiwegehahn, 1 Übergangsstück, 2 Schlauchhaspeln,
2 Strahlrohre mit Reservemundstück,
200 laufender Meter neuer Schlauch mit Reichsnormalkuppelung,
1 Anstellleiter, 2 Feuerhaken, 1 Einreißhaken, 1 elektrische Lichtanlage,
2 Ledersteigergurte, 1 Rauchschutzgerät, 6 Armbinden,
1 Verbandskasten, 1 isolierte Zange,
gute Wasserleitung und ein großer, gut angelegter Brandteich,

so dass einer dortigen freiwilligen Feuerwehr nichts im Wege stände.“
gez. Lingenberg
Kreisbrandmeister
Gummersbach, den 4. September 1931.


Dies ist wohl als der Zeitpunkt der Gründung einer freiwilligen Feuerwehr in Berghausen anzusehen, deren 75-jähriges Bestehen wir in diesem Jahr begehen.


Unerwähnt sollen in diesem Bericht auch nicht jene Männer bleiben, die als Leiter der Feuerwehr in Berghausen die Wehr aufgebaut und zusammengehalten haben, so dass sie stets in der Lage war und ist, die ihr gestellten Anforderungen zu erfüllen.

Aus verschiedenen Schreiben der Gemeinde Gimborn an die Rottmeister, so hießen die Löschgruppenführer in früherer Zeit, sind uns folgende Namen bekannt:

Christian Ufer um 1842
Karl Brunsbach um 1849
Christan Feldhoff um 1855
Karl Mücher um 1920
Wilhelm Ufer von 1922 - 1934
Fritz Moll von 1934 - 1964
Manfred Selbach 1964 - 1975
Hans Joachim Söhnchen 1975 - 1994
Burkart Söhnchen 1994 - 2001
Frank Raupach seit 2001 - 2008
Andreas Tessaring Seit 2008

 

 


Freiwillige Feuerwehr Gummersbach - Löschgruppe Berghausen - Friedrich-Leitgen-Str. 3 - 51647 Gummersbach